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Da ist die Sonne

Yuki schaut mich kritisch an und richtet mir noch eine Haarsträhne.

Jetzt bist du fertig für meinen Tag der Volljährigkeit, sagt sie zufrieden. Dann heißt es warten, bis wir nach unten können.

Yuki sitzt in ihrem prächtigen Kimono auf dem Bett. Unter einer Decke mit eleganten Kranichen hat sie wunderbar geschlafen. Nicht unbedingt der zierlichste Vogel, aber das japanische Symbol für ein langes und glückliches Leben. Yuki hat mir ihren Kimono mit Pfingstrosen geliehen. Pfingstrosen stehen für den Sommer und laut Yuki ist das genau meine Jahreszeit. Ich bin mir da nicht so sicher, denn momentan regnet es hier schon den ganzen Tag.

Yuki ist die Tochter von Emi, die ein gemütliches japanisches Restaurant in unserer Nachbarschaft betreibt. Olle und ich gehen dort seit Jahren gerne hin. Natürlich weil wir das Essen lieben. Aber auch die kunstvoll gefalteten Servietten, die bunten Laternen, die Tapete mit Pfauen und Kirschblüten und den Wandteppich mit Sonnenaufgang. Es gibt einen ruhigen, hellen Raum für Teezeremonien, mit Wänden aus Shoji-Papier, wo Emi auch ihr Tafelgeschirr aufbewahrt: Genau wie ich mag sie Porzellan. 

Yuki ist nun fast 20. Ein Meilenstein, der in der japanischen Tradition als „Seijin no hi“ (Tag der Volljährigkeit) gefeiert wird. Eigentlich wollte sie dieses Fest in Japan begehen, im Geisha-Viertel von Kyoto, wo Emi herstammt. Aber der weite Flug war nicht möglich. Also suchte sie eine andere Lösung. Ein Fest im traditionellen japanischen Stil, jedoch in einem Landhaus mit Freunden. Das gewählte Haus könnte man als „Shabby Chic“ bezeichnen – schick und schäbig zugleich. Die stattliche Auffahrt wird von Kanälen gesäumt, das Gebäude wirkt vornehm, aber das Wasser im Pool ist schmutzig grün. Am Beckenrand stolziert ein Reiher, der wahrscheinlich auf Frösche lauert. 

So europäisch das Landhaus von außen erscheint, so asiatisch ist es im Inneren gestaltet: handbemalte japanische Tapete, eindrucksvolle Teppiche und riesige chinesische Vasen. Jeder Raum bietet Ausblick auf den herrlichen Garten mit einer Mischung aus asiatischen Bäumen und Pflanzen.

Emi ist unten noch in der Küche beschäftigt. Zusammen mit Jack und Pippadour bereitet sie mit biologischem Gemüse aus dem alten Gewächshaus das Geburtstagsbuffet für Yuki vor. Danach deckt Emi mit dem Tafelservice ihrer Mutter die Tische. Das gehört zur Tradition. Jeder Teller, jede Tasse und jede Schale erzählt ein Stück ihrer Familiengeschichte. Sie wird mir Bescheid sagen, wenn das Buffet fertig ist und alle Gäste eingetroffen sind. Dann kann Yuki in ihrem Kimono herunterkommen. Emi wird eine Ansprache halten. Und ich weiß, mit welchen Worten sie beginnt: 

„Da ist die Sonne.“

Denn das ist Yuki in ihren Augen. Genauso sonnig geht Emi durchs Leben. Was auch geschieht, sie sieht immer etwas Gutes daran.

Die Feier findet im Garten des Landhauses statt. Dort sind lange Tische aufgestellt und mit einer bunten Vielfalt an Vasen und Kerzenständern dekoriert. In den Vasen duften handgepflückte Blumen aus dem Garten. Emi hat dieselben Laternen wie in ihrem Restaurant aufgehängt. 

Die japanischen Symbole, Muster und Stoffe schaffen eine ganz besondere Atmosphäre in diesem Haus – und die sollte jeder schnuppern dürfen. Deshalb wurden diese Elemente in die neue Kollektion aufgenommen. 

Dann hört Yuki die Stimme ihrer Mutter. Sie prüft noch einmal meine Haare, bevor sie sich erhebt. Ich denke an die ersten Worte der Ansprache, die gleich folgt. Und plötzlich, wie ein Wunder – es regnet nicht mehr!


Da ist die Sonne, sagt Yuki selbst. Jetzt gehen wir feiern.

Und Recht hat sie. Die Sonne scheint immer, bei jedem Wetter. 

 

Alles Liebe von Pip

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